Pobiti Kamani – „die zerschlagenen Steine” – ist ein beeindruckendes Naturphänomen an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die Steinsäulen sollen über 50 Millionen Jahre alt sein; sie stehen und liegen verstreut auf weißem Sand, innen hohl und mit Sand gefüllt. Mit etwas Fantasie erkennt man Kamele, Löwen oder Throne. Ein stiller, magischer Ort – vermutlich einst eine heilige Stätte für Rituale. Der Legende nach gibt das Umarmen der Säulen negative Energie ab und lädt Leib und Seele auf.
Die Legende von Pobiti Kamani
Vor langer Zeit lag hier ein Binnenmeer, dessen Ufer von Titanen bewohnt wurde – Wächter eines Gottes. Ein unsterblicher junger Mann verliebte sich in ein Mädchen, das einem der Titanen versprochen war. Er bat um ihre Freigabe. Der Titan verlangte dafür den Namen des Gottes, den sie bewachten – dessen Verrat den jungen Mann seine Unsterblichkeit gekostet hätte.
Also ersann er eine List: Er bat alle Titanen, sich auf einem großen Platz aufzustellen, um ihnen den Namen zu offenbaren. Als die ersten Sonnenstrahlen sie trafen, rief er: „Ich habe den Namen des Gottes mit euren Körpern geschrieben.” Der Gott war gerührt und verwandelte die Titanen in Stein. So konnte der Listige das Mädchen zur Frau nehmen – und als er sie glücklich umarmte, sprudelte Quellwasser unter ihren Füßen empor.
Sage erzählt von Elisaveta Sovtova, Varna · Auszug aus „Schoppska” von Maria Kahl.

