Ich war schon unzählige Male auf La Palma, der grünsten der Kanarischen Inseln. Sie ist herrlich abwechslungsreich: Wandern, Biken, Tauchen, schwarze Sandstrände, Wein und ehrliches Essen, dazu einer der klarsten Sternenhimmel Europas. Baden geht fast das ganze Jahr. Wenn du zum ersten Mal hinfährst, findest du hier alles für die Planung. Und weil viele fragen: Ja, La Palma ist nach dem Ausbruch von 2021 längst wieder voll bereisbar.
Stand 2026, nach dem Vulkan: Der Vulkan Tajogaite in der Cumbre Vieja brach vom 19. September bis 13. Dezember 2021 aus. La Palma ist längst wieder voll für Besucher geöffnet. Der Lavastrom hat vor allem den Bereich um Todoque und die mittlere Westküste verändert. Puerto Naos und La Bombilla waren danach wegen austretender Vulkangase lange gesperrt und sind seit 2023 schrittweise wieder geöffnet, einzelne Zonen werden weiter überwacht. Stand August 2026 ist Puerto Naos bis auf wenige Ecken komplett geöffnet. Der Vulkan selbst ist heute ein beeindruckendes Ausflugsziel.
Die richtige Inselseite auswählen
Kurz zur Orientierung und sehr vereinfacht: Der Norden ist grün und bewaldet, geprägt von der Kanarischen Kiefer. Der Süden ist karg mit Lavalandschaft. Der Osten hat den Flughafen, die Hauptstadt Santa Cruz und den Touristenort Los Cancajos. Der grüne Nordosten ist fast dschungelartig. Der Westen mit der Stadt Los Llanos hat von allem etwas: schöne Landschaften, gute Infrastruktur und das beste Wetter.
Mein Tipp zur Lage: Wähle den Ort nach deinen Aktivitäten. Ich bevorzuge das Aridanetal im Westen der Insel, grob das Dreieck zwischen Los Llanos, Tazacorte und Puerto Naos. Diese Region ist gut erreichbar und auch im Winter angenehm warm, weil Cumbre Vieja und Cumbre Nueva sie im Regenschatten halten. Konkret heißt das: Zum Wandern und für die Caldera wohnst du gut in El Paso oder Los Llanos. Für Strand, Promenade und Sonnenuntergänge sind Puerto Naos oder Tazacorte ideal. Und wer Ruhe und Sterne sucht, findet im Norden rund um Barlovento und Franceses einsame Ecken. Weil die Insel klein ist, erreichst du von einer guten Basis im Westen fast alles in unter einer Stunde.
Die beste Reisezeit
La Palma lohnt sich das ganze Jahr. Der Winter von November bis April ist mild und der Flugplan dichter, der Sommer wärmer und trockener. Im Westen kannst du fast ganzjährig baden, mit wenigen stürmischen Tagen. Wanderer schätzen Frühling und Herbst, weil es in den Höhenlagen dann angenehm kühl ist. Ein Geheimtipp ist der Spätwinter (Mitte Januar bis Ende Februar), wenn im Norden rund um Puntagorda die Mandelbäume blühen. Besonders berühmt ist das Gebiet um Las Tricias (Puntagorda).
Flüge und Anreise
La Palma hat einen eigenen Flughafen (SPC) im Osten bei Santa Cruz. Der Winterflugplan (etwa November bis Anfang Mai) ist deutlich dichter als der Sommer, und die Verbindungen ändern sich saisonal, prüfe sie vor der Buchung also aktuell.
- Aus Deutschland (direkt): Condor fliegt u. a. ab Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, München und Stuttgart, saisonal auch ab Nürnberg. Auf einzelnen Strecken sind Eurowings bzw. Discover Airlines unterwegs. EasyJet fliegt saisonal direkt ab Berlin und Basel (etwa Oktober bis Mai).
- Aus der Schweiz (direkt): Edelweiss ab Zürich, dazu Verbindungen ab Basel.
- Aus Österreich: in der Regel keine Direktflüge, meist Umstieg über Madrid, Frankfurt oder Zürich.
- Ganzjährig zuverlässig: über Madrid mit Iberia bzw. Iberia Express, oft mehrmals täglich. Alternativ Umstieg auf den Nachbarinseln, ab Teneriffa Nord oder Gran Canaria mit Binter oder Canaryfly.
Einen laufend gepflegten Flugplan findest du auf la-palma24.info.
Unterkunft: Hotel, Ferienhaus oder Apartment
Es gibt verschiedene Optionen:
- Los Cancajos: das einzige klassische Touristenresort, nah am Flughafen im Osten, mit viel Infrastruktur.
- Puerto Naos: für mich der schönste Strand der Insel, lange Promenade zum Spazieren und einige Restaurants. Neben der großen Auswahl an Ferienwohnungen gibt es hier das große Hotel Meliá La Palma.
- Ferienwohnungen und -häuser: La Palma ist bekannt dafür, dass es kaum Hotelburgen gibt, dafür eine große Auswahl an Ferienunterkünften. Das ist auch immer meine Wahl.
Buchen kannst du über Reiseveranstalter, über La Palma 24 mit deutschsprachigen Betreibern, booking.com oder über Airbnb.
Mietwagen: fast Pflicht
La Palma erkundet man am besten mit dem Auto. Buche gleich für die ganze Aufenthaltsdauer, das ist günstig und du bist deutlich flexibler. Gute Anbieter mit deutschsprachigem Service sind La Palma 24 (auch Motorräder und E-Bikes), Monta, Tamanca, CAR 7 und Cicar. Die Straßen sind kurvig und teils steil, plane für Strecken lieber etwas mehr Zeit ein, die Aussichten unterwegs sind es wert.
Gut zu wissen
Wie überall gilt: Wer freundlich ist, dem begegnet man auch freundlich. Ein paar Basics auf Spanisch helfen:
- Hallo = Hola
- Bitte = Por favor
- Danke = Gracias
- Ein Kaffee = Un cortado
- Zwei Weißwein = Dos vinos blancos
- Drei kleine Bier = Tres cañas
- Die Rechnung = La cuenta
La Palma ist als “Sterneninsel” berühmt, an klaren Abenden ist der Himmel eine eigene Sehenswürdigkeit. Es gibt fast keine Ketten und die Preise sind fair: ein Abendessen mit palmerischer Küche ab etwa 10 Euro, in der Bar ein Bier um die 1,80 Euro und ein Cortado um die 1,20 Euro. Nimm beim Wandern genug Wasser mit, und achte an den Stränden auf die Flaggen, bei Rot bleibst du besser aus dem Wasser.
Damit hast du die Basis. Die schönsten Strände, die Führung zum Tajogaite, Wanderungen sowie Tauch- und Bike-Spots findest du in meinem Aktiv-Guide zu La Palma.

