Schwarzer Sandstrand von Tazacorte auf La Palma
La Palma

La Palma aktiv: Strände, Wandern, Tauchen & Biken.

von Nils Maier · 16. August 2026 · aktualisiert August 2026

La Palma ist die grünste und abwechslungsreichste der Kanarischen Inseln, ein Paradies für alle, die gern draußen sind. Hier kommen meine Highlights aus vielen Reisen: Strände, der Vulkan Tajogaite, Wanderungen, Tauchen und Biken. Und ja, die Insel ist nach dem Vulkan wieder voll bereisbar, einige Orte an der Westküste haben sich aber verändert.

Strände auf La Palma

La Palma hat eine kleine, aber feine Auswahl an Stränden, vor allem an der West- und Ostküste. Alle haben schwarzen Sand, der im Sommer richtig heiß wird. Achte auf die Flaggen, bei Rot bleibst du besser aus dem Wasser.

  • Playa del Charco Verde (Westen): mein Lieblingsstrand in einer kleinen Bucht, super zum Schnorcheln, mit Liegen und einem netten Kiosko.
  • Playa de Puerto Naos (Westen): der größte, schönste und bekannteste Strand mit guter Infrastruktur.
  • Playa de Tazacorte (Westen): langer, feiner Strand mit Hafenmauer als Wellenschutz.
  • Charco Azul und La Fajana (Nordosten): natürliche Meerwasser-Pools, ideal auch für Kinder.
  • Playa de los Cancajos (Osten): gut geschützt, familienfreundlich, viel Infrastruktur.

Der Vulkan Tajogaite

Der Vulkan Tajogaite in der Cumbre Vieja brach vom 19. September bis 13. Dezember 2021 aus und ist seit Herbst 2024 ein beliebtes Ziel für geführte Touren. Von mehreren Aussichtspunkten überblickt man den neuen Vulkankegel und die erstarrten Lavafelder, etwa vom Mirador del Time, aus der Gegend um Tajuya oder vom Llano del Jable. Geführte Vulkan-Wanderungen erklären, was 2021 passiert ist. Ein eindrucksvoller Kontrast zur grünen Nordhälfte und einer der Gründe, warum sich La Palma auch nach dem Ausbruch lohnt. Nach meinem Kenntnisstand sind Touren auf eigene Faust nicht erlaubt, du gehst also mit einem lizenzierten Guide.

Wandern auf La Palma

La Palma ist ein Wanderparadies mit Routen für jedes Niveau. Vor größeren Touren lohnt der Blick in die Touristeninfo oder ein ortskundiger Wanderführer.

Caldera de Taburiente. Mein Highlight, ich bin die Runde schon zig Mal gelaufen. Vom Parkplatz Barranco de las Angustias per Shuttle (ca. 20 Euro pro Person) nach Los Brecitos, dann bergab durch duftende Kiefernwälder ans Flussbett und ein mehrstündiger Abstieg. Den Abstecher zum mehrfarbigen Wasserfall Cascada de los Colores nicht vergessen. Genug Wasser und Proviant mitnehmen.

Mirador de la Cumbrecita. Zum Aussichtspunkt. Kürzere Alternative mit spektakulärem Blick in die Caldera, rund eine Stunde. Voranmeldung im Besucherzentrum nötig, teils einige Tage bis Wochen im Voraus.

Ruta de los Volcanes. Die Vulkanroute startet am El Pilar, rund zwei Stunden hinauf auf knapp 2000 Meter, dann der lange Abstieg nach Los Canarios. Unterwegs gibt es keine Verpflegung. Seit 2021 führt die Route nah am jüngsten Ausbruchsgebiet vorbei, der Blick auf den frischen Tajogaite-Kegel macht die Tour noch eindrücklicher.

Lorbeerwald Los Tilos und Barranco del Agua. Im feuchtgrünen Nordosten oberhalb von Los Sauces liegt einer der größten zusammenhängenden Lorbeerwälder Europas, ein UNESCO-Biosphärenreservat. Vom Erholungsgebiet und Besucherzentrum Los Tilos führen Wege vom kurzen Spaziergang bis zur anspruchsvollen Schluchtwanderung durch den Barranco del Agua, vorbei an tropfenden, moos- und farnbewachsenen Felswänden. Ein kühler, fast märchenhafter Kontrast zu den Vulkanlandschaften im Süden.

Wanderung zur Piratenbucht (Cueva de Poris de la Candelaria). Unter einem gewaltigen Felsdach versteckt liegt bei Tijarafe eine winzige Piratenbucht mit rund 20 weißen, teils in den Fels gebauten Häuschen, in der früher Piraten und Schmuggler gehaust haben sollen. Von Tijarafe führt ein steiler Pfad (PR LP 12.2) in gut anderthalb Stunden hinab, alternativ fährst du über eine kurvige Piste bis zu einem Parkplatz und gehst die letzten Minuten zu Fuß. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit solltest du mitbringen.

Tauchen auf La Palma

Ich habe vor über 20 Jahren hier mit dem Tauchen angefangen. Der große Vorteil: Anders als in überlaufenen Gebieten ist man fast immer nur mit der eigenen Gruppe im Wasser. Ich bin früher immer mit Tauchpartner La Palma getaucht, die haben seit dem Vulkanausbruch aber nicht wieder geöffnet. Am besten tauchst du heute von Los Cancajos im Osten, dort gibt es gut geführte Basen wie Buceo Sub La Palma und Dive Community La Palma (früher La Palma Diving Center) mit Hausriff direkt am Strand.

Biken auf La Palma

Die Insel hat sich zu einem beliebten Mountainbike-Ziel entwickelt, mit reichlich Verleih und Tourenanbietern. Für Infos und Guiding sind das Atlantic Cycling Team oder die Bike-Station in Puerto Naos gute Anlaufstellen.

Ausflüge und Erlebnisse

Neben Wandern und Baden lohnen sich ein paar besondere Ziele, die zeigen, wie eigen La Palma ist:

Rum-Destillerie Ron Aldea. Im grünen Nordosten stellt die Familienbrennerei Destilerías Aldea (San Andrés y Sauces) seit 1936 Rum her, und zwar aus reinem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse. Eine Besichtigung ist ohne Voranmeldung möglich (etwa 10 bis 18 Uhr), im Fabrikladen kannst du die Sorten von 40 bis 70 Prozent probieren und kaufen.

Weingüter und Bodegas. La Palma ist eine kleine, aber feine Weininsel (D.O. Vinos La Palma), berühmt für die Malvasía. Zwei sehr unterschiedliche Adressen:

  • Bodegas Teneguía (Fuencaliente): eines der bekanntesten Weingüter der Insel. Bei der Führung geht es vom historischen Betonkeller von 1945 über Annahme und Kelter bis zur Abfüllung, danach eine Verkostung der mehrfach ausgezeichneten Malvasía (rund 15 Euro, meist 10 bis 18 Uhr geöffnet).
  • Bodega Tagalguén (Garafía, Norden): kleines Bioweingut, das seit 2000 ökologische Weine auf lange brachliegenden Terrassen erzeugt. Ideal, wenn du handgemachten Wein abseits des Trubels magst.

Salinas de Fuencaliente. An der Südspitze, unterhalb des Leuchtturms und des Vulkans Teneguía, leuchten die weißen Salzbecken der Salinas de Fuencaliente gegen schwarzes Lavagestein und blaues Meer, eines der fotogensten Motive der Insel. Es gibt einen kleinen Rundweg, einen Aussichtspunkt und das Restaurant El Jardín de la Sal direkt daneben. Lässt sich super mit der Bodega Teneguía zu einer Südtour verbinden.

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Nils Maier

Seit über 20 Jahren unterwegs. Schreibt hier über Orte, die ihn wirklich begeistert haben.

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