Drei Tage reichen gerade, um sich in Riga zu verlieben. Das Zentrum ist kompakt, gut zu Fuß und günstig, ein langes Wochenende schafft also die Altstadt, den weltweit schönsten Jugendstil, einen riesigen Markt, die beste Aussicht der Stadt und sogar einen Tag am Meer. So würde ich 72 Stunden verbringen, genau die Route, die ich auch meinen Gästen zeige.
Anreise nach Riga
Flugzeug. Mehrere Airlines fliegen von deutschen Städten in unter zwei Stunden direkt nach Riga. Ich bevorzuge mittlerweile Lufthansa, mit AirBaltic gab es mehrfach erhebliche Verspätungen.
Auto. Wer Zeit und Lust auf ein Abenteuer hat, fährt über Polen ins Baltikum, eine landschaftlich reizvolle Route.
Fähre. Von deutschen Häfen wie Travemünde oder Rostock gibt es Fährverbindungen über die Ostsee. Entspannter geht Anreise kaum.
Unterkünfte: vom Hostel bis zum Grandhotel
Coliving Residences in Riga
Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: In Riga betreibe ich mit einem Partner die Coliving Residences, 30 Zimmer in vier zentralen Apartments, die im Sommer über Airbnb gebucht werden können. Man wohnt mit anderen internationalen Reisenden zusammen in Wohngemeinschaften. Eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.
Hostels
Günstig und zentral:
Apartments
Komfortabel ohne Luxuspreis:
- Park Residence by Coliving Residences
- Loft-Residence Lāčplēša
- Old Factory Loft Apartment L39: High-End-Loft mit drei Schlafzimmern für bis zu zehn Personen, ideal für Gruppen.
Mittelklasse-Hotels
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis:
Top-Hotels
Für die besondere Nacht:
Tag 1: Altstadt und Jugendstil
Beginne dort, wo die Stadt entstand. Die von der UNESCO gelistete Altstadt ist ein kompaktes Gewirr aus Kopfsteinpflastergassen, das du an einem Vormittag umrundest: der Rathausplatz mit dem prächtigen Schwarzhäupterhaus, der Rigaer Dom und die Petrikirche, deren Turm mit einem Aufzug zum besten Dachpanorama im Zentrum führt. Halt Ausschau nach den Drei Brüdern, den ältesten Häusern der Stadt, und dem mittelalterlichen Schwedentor. Eine kostenlose Free Tour ist ein guter Einstieg, nur nicht die klassische Altstadt-Tour, die schaffst du allein, sondern lieber die Alternative Riga Free Tour oder die Soviet Riga Free Tour. Wer Jugendstil mag, läuft danach zehn Minuten in den Klusais centrs, wo die Fassaden rund um die Alberta iela vor Masken, Gesichtern und Fabelwesen strotzen.
Essen und Trinken: Starte den Morgen mit einem Kaffee im MiiT Coffee (zentral, vegetarisch, teils vegan), iss günstig und deftig zu Mittag in der Kantine LIDO Vērmanītis am Vērmanes-Garten und geh zum Abendessen ins armenische Armenia Restaurant. Am Abend klingelst du an der versteckten Cocktailbar Bar Six und ziehst danach ins Kaņepes Kultūras centrs (KKC) für späte Drinks, Livemusik und Tanz.
Tag 2: der Markt, die beste Aussicht und jüngere Geschichte
Beginne am Zentralmarkt in den fünf alten Zeppelinhallen hinter dem Bahnhof, einem der größten Märkte Europas und dem besten Ort, um günstig zu essen. Jede Halle hat ihr Thema, von Fleisch und Milchprodukten bis zur Fischhalle, wo ein winziger Tresen frischen Fisch und eine großartige Soljanka serviert, mein bestes Mittel gegen Kater. Von dort ist es ein kurzer Weg zur Lettischen Akademie der Wissenschaften, dem stalinistischen Zuckerbäckerturm, dessen Aussichtsplattform für ein paar Euro den besten 360-Grad-Blick über Riga bietet, heb sie dir für einen klaren Tag auf.
Am Nachmittag erzählen das Okkupationsmuseum und das Eckhaus, das ehemalige KGB-Gebäude, die harte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Kellerführungen sind schnell ausgebucht, reservier also vorab. Lass den Tag auf der Miera iela ausklingen, dem kreativen Viertel gleich neben meinen Coliving Residences: Kaffee in der Rocket Bean Roastery und Abendessen mit Livemusik im Kellerlokal Ala Pagrabs. Wenn die Nacht noch jung ist, bündelt das nahe Tallinas kvartāls Craft-Beer-Bars, Cocktailstellen und einen Club auf engem Raum.
Tag 3: ans Meer nach Jūrmala
Verbring den letzten Tag an der Ostsee. Vor dem Zug gönnst du dir Kuchen und Kaffee im Kūkotava. Der Zug vom Hauptbahnhof erreicht Jūrmala in etwa einer halben Stunde für ein, zwei Euro, und die Fahrt selbst ist schon ein Erlebnis. Lauf am langen Sandstrand entlang, vorbei an den Holzvillen, und halt zum Mittag, für einen Kaffee oder ein Bier, an einer der Bars, die alle ein bis zwei Kilometer am Strand stehen.
Das Abendessen ist die Belohnung am Ende des Spaziergangs: das armenische Nojan Tapan, wo du dich quer durch die Karte essen kannst, Wein inklusive, mit einem schnellen, günstigen lettischen Happen im Delicio als Alternative in der Stadt. Für einen letzten Drink ist die entspannte Bar Čē ein schöner Stopp, und die Cocktails in der Bar Six sind einen zweiten Besuch wert. Mit mehr Zeit ist Riga außerdem der perfekte erste Halt für eine größere Baltikum-Runde, mit Vilnius, Tallinn und Helsinki in bequemer Reichweite.
Unterwegs in Riga
Riga ist flach und gut zu Fuß, die meisten Highlights liegen keine 20 Gehminuten auseinander. Für längere Strecken fahren Straßenbahnen und Busse mit der aufladbaren e-talons-Karte, und Bolt ist für späte Nächte günstig. Mein bester Spartipp ist das Mittagsmenü unter der Woche, die biznesa pusdienas, Vorspeise und Hauptgang zum festen niedrigen Preis in vielen Restaurants. Bezahlt wird in Euro, Karte funktioniert praktisch überall. So bleibt mehr Zeit für das, was Riga wirklich ausmacht.
Wer noch tiefer in Rigas Sehenswürdigkeiten eintauchen oder länger in der Stadt bleiben will, findet ausführliche Riga-Guides bei den Coliving Residences.


